Chicorée
die Lust am Knackig-Bitteren
Chicorée ist auch als Salatzichorie, Bleichzichorie, Brüsseler Endivie oder Witloof bekannt und stammt von der Wegwarte ab. In Belgien diente die Wurzel der Wegwarte zunächst als Kaffee-Ersatz und wurde später als Gemüse wiederentdeckt.
Chicorée ist ein typisches Wintergemüse, das aus den Wurzeln der Wegwarte gezogen wird. In den Handel kommt der weiße als auch der rote Chicorée, eine Züchtung aus herkömmlichem Chicorée und Radicchio, der etwas milder ist. Chicorée hat einen typischen frischen, leicht bitteren Geschmack. Diese Bitterstoffe machen das Gemüse, das roh als Salat, sowie gedünstet, gebraten und überbacken verzehrt werden kann, sehr gesund.
Chicorée (Salat- oder Bleichzichorie) stammt von der Wilden Wegwarte ab, die schon in der Antike bekannt war. Allerdings wurde der Treib-Chicorée erst Mitte des 19. Jahrhunderts zufällig in Belgien entdeckt, als belgische Bauern Zichorienwurzeln lagerten und unerwartet zarte, bleiche Sprossen wuchsen, wodurch die Methode der Licht-Ausschluss-Züchtung für Salat-Chicorée populär wurde und sich in Europa verbreitete. Die wilde Wegwarte (der Ursprung des Chicorées) wurde von Griechen und Römern bereits als Heil- und Gemüsepflanze genutzt, aber noch nicht als Salat-Chicorée. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die Wurzeln als Kaffee-Ersatz (Muckefuck) verwendet. Die ältere Generation kennt Muckefuck auch heute noch als leicht bitteren Ersatzkaffee. Um 1840 entdeckten Bauern in Belgien, dass die Lagerung der Zichorienwurzeln unter Lichtabschluss bleiche, knackige Triebe hervorbrachte, die sich gut als Salat eigneten. Diese Methode wurde standardisiert, und Chicorée wurde schnell zu einem beliebten europäischen Wintergemüse.
Chicorée – sehr gesund
Wegen seiner Bitterstoffe ist Chicorée sehr gesund, denn diese sind gut für Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf. Er ist reich an Kalium, Folsäure und Zink sowie an den Vitaminen A, B und C. Außerdem haben 100 g Chicorée nur 16 kcal, aber sehr viel Inulin. Der Ballaststoff ist gut für die Darmflora, macht lange satt und lässt Blutzuckerspiegel und das Cholesterin nur sehr langsam ansteigen.
Als Salat, gebraten oder aus dem Ofen
Der leicht herbe, nussige Geschmack macht das Gemüse zu einer tollen Zutat in Salaten. Besonders lecker schmeckt Chicorée mit Früchten, etwa Birnen, Äpfeln, Orangen sowie mit Nüssen und einem Honig-Senf-Dressing. Wer mag, ergänzt den Salat noch mit einem kräftigen Käse, etwa Blauschimmel-, Schafs- oder Ziegenfrischkäse.
Einzelne Chicorée-Blätter eignen sich gut, um Fingerfood kreativ zu servieren. Man kann sie beispielsweise mit Salat, einer Creme oder Käsewürfeln füllen.
Auch gegart schmeckt Chicorée hervorragend – er verliert dann teilweise seinen bitteren Geschmack. Er schmeckt sehr gut angebraten in etwas Öl und anschließend mit etwas Wasser oder Brühe gedünstet. Nach Belieben noch eine Prise Zucker hinzuzufügen. Lecker ist das Gemüse auch als Auflauf, etwa mit Schinken umwickelt und in einer Béchamelsoße, im Ofen gegart und mit Käse überbacken.