Hagebutten

kostenloses Superfood vom Wegesrand

Als Hagebutten werden die rötlichen Früchte verschiedener wild wachsender Rosensorten bezeichnet. Ihr Name kommt aus dem Mittelhochdeutschen von hagen und butte – was ein rundes Ding bezeichnet. Regional trägt die Frucht den schönen Namen Hagebutz.

Heilmittel mit langer Tradition
Alle Hagebutten sind ungiftig und auch roh essbar, wenn man die Kerne und Härchen aus dem Inneren gründlich entfernt. Das rote Fruchtfleisch der Hagebutte ist säuerlich, nach Frost geerntet wird es süßer. Hagebutten sind Scheinfrüchte, die aus zahlreichen Nüsschen bestehen und feine, mit Widerhaken versehenen Borsten enthalten. Diese können allergische Reaktionen auslösen und sollten deshalb entfernt werden. Schon in der Antike wusste man um die Heilwirkung der Rosenfrüchte. Hippokrates empfahl Hagebutten als stärkendes und entzündungshemmendes Mittel. Im Mittelalter wurde die Hagebutte als Teeaufguss zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Erkältungen, rheumatische Erkrankungen und Darmbeschwerden verwendet und diente zum Ausschwemmen und Entgiften. Pfarrer Kneipp empfahl Hagebuttentee bei Blasen- und Nierenleiden. Hagebutten zählen zu den vitaminreichsten heimischen Früchten. Sie enthalten acht Mal so viel Vitamin C wie Zitronen und stärken so das Immunsystem. Außerdem sind Hagebutten reich an Pro-Vitamin A, an den Vitaminen B1 und B2 sowie Vitamin E, ebenso an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Auch wichtige Mineralstoffe wie Magnesium oder die Spurenelemente Kupfer und Zink sind enthalten. Es wird von Schmerzlinderung bei Arthrose und Hilfe bei Harnwegsinfekten berichtet. Erforscht werden gegenwärtig die blutdrucksenkende Wirkung und der positive Einfluss auf die Cholesterinwerte.

Hagebutten ernten und verarbeiten
Hagebutten werden im Herbst bis Ende Oktober, noch vor den ersten Frösten, gesammelt, denn dann ist der Vitamingehalt am höchsten. Nach den ersten Frösten werden die Hagebutten allerdings weicher und ihr Geschmack intensiver. Hat man im Herbst keine Früchte gesammelt, kann man sie auch online kaufen.

Hagebuttenpulver
Hagebutten mit einem scharfen Messer halbieren, Stiel und Blütenansatz entfernen sowie Kerne und feine Härchen sorgfältig herausschaben. Die Früchte auf Backpapier oder Küchenpapier auslegen und an einem trockenen und warmen Ort etwa 3 Wochen langsam trocknen. Danach in einem Mixer zu Pulver zerkleinern. In einem dunklen, gut verschließbaren Gefäß aufbewahren. Ein Esslöffel Hagebuttenpulver in Müsli, Joghurt oder Saft deckt ungefähr den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C.

Hagebutten-Marmelade
1 kg Hagebutten waschen, Stiele entfernen. In einem großen Topf mit Wasser bedecken (man kann auch Apfelsaft zusetzen) und aufkochen lassen. Köcheln lassen, bis die Hagebutten nach 30-40 min. weich sind. Mit einem Pürierstab pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Die passierte Masse mit dem Saft einer halben Zitrone, etwas Vanille oder Zimt sowie 500 g Gelierzucker (2:1) aufkochen und für 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen. In sterilisierte Schraubgläser füllen und fest verschließen.

natürlicher Vitamin-C Tee
Wenn man jetzt zu dieser Jahreszeit keine Hagebutten im Wald gesammelt hat, kann man diese getrocknet auch online kaufen – ideal für Tee, besonders als Vitamin-C-Quelle im Winter. Dafür einen gehäuften Teelöffel getrocknete Hagebutten in 250 ml kaltem Wasser ansetzen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag aufkochen, 5–10 Minuten köcheln und nochmals 10 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb abseihen oder Teefilter verwenden, damit die feinen Härchen im Filter bleiben.