Mairübchen –
das fast vergessene Gemüse
Das Mairübchen, auch Mairübe oder Navette genannt, hat seinen Ursprung in Indien. Schon in der Antike gelangte das gesunde Gemüse nach Europa. Es geriet dann fast in Vergessenheit, bevor es als gesundes und vielseitiges Frühlingsgemüse vor wenigen Jahren seine Wiederentdeckung erlebte.
Das Mairübchen gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eng verwandt mit dem Teltower Rübchen, der Herbstrübe sowie dem Stielmus. Der Name bezieht sich auf die traditionelle Erntezeit im Mai. Dank flexibler Aussaatzeiten und guter Lagerfähigkeit haben Mairübchen jedoch von Juni bis September Saison.
Alles essbar und gesund
Mairübchen ähneln Radieschen oder Rettichen, an deren Geschmack sie auch erinnern, wenn sie roh verzehrt werden. Werden sie gekocht, gedünstet oder gebraten, sind sie mild und süßlich im Geschmack. Die Rüben haben meist einen Durchmesser von etwa 10 cm und sind weiß, können aber auch violett, rot oder gelb sein. Je kleiner die Rüben, desto intensiver ihr Geschmack. Aus den Knollen wachsen kräftige Stiele mit mittelgroßen, grünen Blättern, die man ähnlich wie Spinat zubereiten kann.
Mairüben sind wie alle Kohlarten kalorienarm und liefern gleichzeitig viele gesunde Nährstoffe. Auf 100 Gramm enthält die Mairübe nicht mehr als 30 Kilokalorien, dafür aber reichlich B-Vitamine, Folsäure, Kalium, Eisen und Zink. Wer die Blätter verzehrt, versorgt sich außerdem mit Vitamin C sowie mit der Vitamin-A-Vorstufe Beta-Carotin und Vitamin E. Tipp: Um möglichst viele dieser wertvollen Nährstoffe zu erhalten, ist es am besten, das Gemüse roh zu verzehren oder schonend zuzubereiten.
Für die leichte Schärfe sind ätherische Öle, genauer gesagt Senföle, verantwortlich. Sie sitzen vor allem unter der Schale des Gemüses. Die Senföle verleihen Salaten oder Suppen ihren besonderen Geschmack und wirken zudem antibakteriell. Als sogenannte Antioxidantien helfen sie dabei, unsere Zellen zu schützen.
Mairübchen können roh, gedünstet oder gekocht verzehrt werden. Beim Rohverzehr empfiehlt es sich, die Rübchen zu schälen, da sie eine feste Schale besitzen. Gedünstet oder gekocht wird die Schale weich und kann problemlos mitgegessen werden. Der Geschmack wird milder, da die Schärfe beim Andünsten nachlässt und der süßliche Charakter stärker zur Geltung kommt. Mairübchen eignen sich für Salate, Suppen, Aufläufe oder als Beilage, zum Beispiel im Püree mit Kartoffeln.